Anetts Picknick Erlebnis
Ich greife mir eine der knackig roten, frisch gewaschenen Kirschen, welche ich in eine grüne Schüssel auf der Picknickdecke gelegt habe, hebe sie hoch und als ich sie zu meinem Mund führen will, löst sich ein Tropfen von ihr und fällt direkt in mein Ausschnitt. Verstohlen schaue ich zu meinem Schwarm, Flo, hinüber, fahre meine Zunge aus und esse die Kirsche mit einer solchen Leidenschaft, wie ich es aus dem Fernsehen kenne. Leider interessiert dies den Mann, welchen ich zum Picknick eingeladen habe, überhaupt nicht. Flo holt sein iPhone raus, um seine Mails zu checken „Scheiße, hat man denn hier gar kein Internet? Und auch kein Netz?“ „Oh, nicht? Das ist ja blöd.“ Sage ich und lächle in mich hinein. Aus langjähriger Dating Erfahrung weiß ich, welche Orte ich auswähle. Anrufe und anschließend „ich muss sofort weg, meine Mutter geht es schlecht“ sind hier unmöglich. Hier muss man unverschämt ehrlich sein.
„Möchtest Du noch ein bisschen von der Schoko Mouse?“ frage ich. „Nein Danke, ich bin wirklich schon satt.“ Ich nehme mir noch etwas von der Mouse, die ich heute Morgen noch schnell gemacht habe, bevor ich Flo zu unserem gemeinsamen 5. Date abgeholt habe. 4 Dates hatten wir schon, aber trotz meiner sexy Kleider und Andeutungen hat er mir noch kein Zeichen gegeben, dass ich angreifen darf.
Aber ich gebe nicht auf: „Noch eine selbstgemachte Limo?“ „Danke, nein, aber sie war wirklich lecker.“ Oje, das läuft nicht gut.
Ich nehme mir eine große Erdbeere und beiße mit dicken Schmolllippen davon ab, anschließend lecke ich mit meiner Zunge über meine Lippen und schaue ihn vielversprechend an. Er zupft ein Grashalm von der Wiese ab, faltet seine Hände und nimmt den Grashalm zwischen die Daumen.
„Kennst Du das?“ „Was?“ Er führt seine Lippen zu der kleinen Öffnung zwischen den Daumen und pustet rein.
Ein heller Ton erklingt, ich erschrecke, er lacht, zeigt mir dann aber, wie es geht. „Soooo, also es war echt schön hier draußen. Dann wollen wir mal.“ Er steht fast schon hektisch auf, also tue ich ihm gleich, hole den Schlüssel und sperre das Auto auf. Er öffnet den Kofferraum, um das restliche Essen einzupacken. „Was ist denn das?“ fragt er verwundert. „Was?“ „Die blaue Tasche, haben wir die vergessen?“ Ich schlage mir auf die Stirn; wie konnte ich das nur vergessen? „Das ist die Kühltasche!“ Ohne zu fragen macht er sie auf und sein Gesicht verändert sich schlagartig von Ungeduld in Entzücken. „Meckatzer Bier!!“ Er strahlt mich an. „Ähm, ja?“ Stammle ich verwundert. „Das ist mein absoluter Favorit unter den Bieren!“ jubelt er. Ich lächle schüchtern: „Du kannst gerne noch eines auf der Fahrt trinken.“ „Auf der Fahrt? Gehen wir schon?“ „Äh… hä?... Nein?“ und da sitzt er schon wieder auf der Picknickdecke, holt sein Feuerzeug aus der Tasche und macht mit einem erfrischenden Zischen das Meckatzer Bier auf. Nachdem er ein paar gierige Schlucke genommen hat, höre ich ein zufriedenes Stöhnen von ihm. „Komm, setz Dich zu mir“ er klopft mit seiner flachen Hand neben sich. Ich kann mir ein breites Lächeln nicht verkneifen und setze mich dazu. Er plaudert von seinem Fußballclub und legt sich rücklings auf die Decke, als er die Flasche leer hat. „Noch eine?“ frage ich. Doch anstatt zu antworten zieht er mich zu sich runter, beugt sich über mich und gibt mir einen Kuss. Ich schmecke noch die Reste seines Bieres, das von seinen Lippen auf den meinen gelangt ist. „Hm lecker.“ Sage ich. „ich komme langsam auf den Biergeschmack.“
Danke Meckatzer!